Gemeinsam mit der Allgemeinmedizinerin Dr. med. Sabine Schäfer gründete der promovierte Agraringenieur Dr. Harald Hoppe im Jahr 1999 auf der Kasseler Marbachshöhe das interdisziplinäre Netzwerk Landwirtschaft – Gesundheit – Neue Arbeit und Kultur, das sich im erweiterten Sinn mit Gesundheitsprophylaxe beschäftigt. Einen wichtigen Anteil haben die Bereiche ökologische Ernährung, Gesundheitsprävention durch Aufklärung, praktische Umsetzung, Forschung und Entwicklung im Bereich des ökologischen Landbaus und seiner Produkte.

Zu dem lebendigen Projekt gehörten neben einem Gesundheitszentrum, einem Kinder- und Jugendhaus und einem Forschungsinstitut für Lebensmittelqualität auch eine kleine Anschauungslandwirtschaft inklusive Freiland-Tierhaltung mitten im Stadtgebiet.

Im Mai 2000 gründeten beide einen Ökologischen Wochenmarkt als Vermarktungs-Plattform für regionale Bio-Landwirte. Sie wollten mehr als „nur Bio“ anbieten, nämlich die besten Nahrungsmittel, die Körper und Geist benötigen. Dr. Hoppe hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Jahre Erfahrung im ökologischen Landbau gesammelt, war davon knapp 10 Jahre Vorstandsmitglied von Demeter, des ältesten und anspruchsvollsten Bio-Anbauverbandes. Wenn sich jemand mit Lebensmittelqualität auskennt, dann er.



Um die Überschüsse des prallen Marktangebotes sinnvoll zu verwerten, verarbeitete Dr. Hoppe jeweils an den Folgetagen die Lebensmittel zu Bio-Mittagessen, das anschließend in einem kleinen Imbisswagen angeboten wurde. Der Mittagsimbiss wurde ein voller Erfolg, täglich bildeten sich lange Schlangen an der Ausgabe. Nach kurzer Zeit wurde er von Lehrern, die regelmäßig im Imbiss aßen, gefragt, ob er nicht eine gesunde Schulverpflegung anbieten könne.

Dies war der Startschuss für das Cateringunternehmen und Grundlage für die ersten Kindermenüs. Parallel zur Rezepturentwicklung spielte die Forschung von Beginn an eine große Rolle für das Unternehmen. In Zusammenarbeit mit Universitäten, Fachhochschulen und Ministerien bearbeitete das Team Themen wie beispielsweise systemgastronomische Ansätze in Schul- und Betriebskantinen, Bio-Conveniencefood, Schulernährung oder Sportler- und Diabetikerernährung.


Das traditionelle Menü-Angebot in Schulen stieß bald an seine Grenzen. Trotz sehr guter Resonanz bei jüngeren Schülern zeigte sich, dass Jugendliche ab der Mittelstufe nicht mehr zufriedenstellend erreicht werden konnten. In einem Workshop mit Schülern der Offenen Schule Kassel-Waldau entstand die Idee für das Konzept, das die Schulverpflegung nachhaltig beeinflussen sollte: "Wir wollen essen wie im Urlaub - was und wieviel wir wollen!" war der ausschlaggebende Wunsch der Schülergruppe. Ein mutiger Gedanke - schließlich hieß Schulverpflegung in Deutschland bis dato grundsätzlich: Vorauswahl aus zwei bis drei Gerichten, und zwar ein bis zwei Wochen vorab. Das ist nichts für Jugendliche, die gewohnt sind, Entscheidungen spontan zu treffen und im Bedarfsfall auch gerne zur Imbissbude oder den Supermarkt ausweichen.

Also entwickelten wir das "Free-Flow-Mensasystem", bei dem tatsächlich Urlaubsstimmung in der Mensa aufkommt: ohne eine Vorauswahl treffen zu müssen, betreten die Schülerinnen und Schüler die Mensa und haben freie Auswahl an bis zu sieben Stationen: Hauptgericht, Salatbuffet (mit sechs Sorten Salat / Rohkost und zwei Dressings), einem Wok (in größeren Mensen), einer Pastabar (mit zwei Sorten Pasta und zwei Saucen), Pizza & Snack, Suppe und Dessert. Plötzlich war die Mensa voll - jeder wollte mittags dabei sein, das Mittagessen wurde zum coolen Event.



Der Erfolg des Angebotes sprach sich in Fachkreisen schnell herum, das Unternehmen und die belieferten Schulen wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: Cleveres Esszimmer, Deutscher Präventionspreis, Goldener Teller, Caterer des Jahres und weitere Preise reflektierten die öffentliche Wertschätzung des gesunden Angebots.



Da die Gerichte immer noch in einer viel zu kleinen (ehemaligen Bundeswehr-) Küche zubereitet wurden, standen alle Zeichen auf Neubau. Mit Unterstützung eines Investors bauten wir eine neue Großküche in Kassel und machten uns auf den Weg, das Free-Flow-System auf den breiteren Weg zu bringen. Leider waren die Betriebskosten der Großküche zu hoch und die "Bio-Catering Marbachshöhe" mußte schon bald Insolvenz anmelden.

Zum Glück fanden wir in der Insolvenzverwalterin Sandra Mitter eine sehr engagierte Rechtsanwältin, die uns den Weg für einen fundierteren Neuanfang ebnete. Im September 2011 konnten wir den Geschäftsbetrieb als "biond GmbH" nahtlos fortführen. Nun nicht mehr in der Kasseler Großküche, sondern an Bord des Caterers Rainer Holzhauer "Der Grischäfer", des wohl herzlichsten Gastronomen Nordhessens, der sich einerseits an der neuen GmbH beteiligte und uns zugleich seine Küche zur Verfügung stellte. Unsere langjährige Produktionsleiterin Jana Heise übernahm die Geschäftsführung und beteiligte sich ebenfalls an dem neuen Unternehmen. Ein weiterer Partner ist die Well Development Kleinkauf GmbH, Holding einer in Kassel ansässigen Unternehmensgruppe mit den Schwerpunkten nachhaltiges Investment und Consulting im Technologie- und Gesundheitsbereich.

Mit Unterstützung der Markenstrategin Merle Astrid Sonnenburg konnten wir unsere Werte noch klarer definieren und uns eindeutiger positionieren. Schon im ersten Jahr am neuen Ort sind wir noch ein ganzes Stück besser geworden: wir beziehen seitdem einen großen Anteil unseres Gemüses aus den Regionen unserer Schulen. So bekommen wir ein Maximum an Frische, Geschmack und Vitalität in die Schulmensen.

2014 kam der nächste wichtige Schritt. Ab August des Jahres bieten wir Schulen neben der reinen Lieferung von Mittagessen auch die komplette Dienstleistung in der Mensa an, das heißt wir stellen auch das Personal in der Mensa und kümmern uns um die Abrechnung. Also 100% Bio rundum sorglos!

Nach vier tollen Jahren in Wolfhagen, in denen wir unser Angebot enorm weiter entwickeln konnten, wurde die Küche für uns zu klein. Anfang Juni 2015 zogen wir wieder nach Kassel! Es ist für uns die größte Freude und ein toller Erfolg, dass wir diesen Schritt gehen können. Hier haben wir hervorragende Produktionsbedingungen, moderne Technik und viel Platz für neue Herausforderungen!

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